- Was ist die bedeutendste Einkommensquelle im Alter?
- Warum sind manche Renten so niedrig?
- In welchem Verhältnis stehen eigentlich Beiträge und Leistungen?
- Wie hat sich die Verbreitung der zusätzlichen Altersvorsorge seit den "Riester-Reformen" entwickelt?
- Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Einkommen und zusätzlicher Vorsorge?
- Bedeutet eine niedrige Altersrente auch ein niedriges Alterseinkommen?
Was ist die bedeutendste Einkommensquelle im Alter?
Gut die Hälfte der Alterseinkommen der 65-Jährigen und Älteren stammen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.
Gesetzliche Rentenversicherung | 53,00 |
Betriebliche Altersversorgung | 7,00 |
Andere Alterssicherungsleistungen | 17,00 |
Erwerbseinkommen | 13,00 |
Private Vorsorge | 6,00 |
Transferleistungen | 1,00 |
Restl. Einkommen | 3,00 |
Hinweise zur Interpretation
Die gesetzliche Rentenversicherung ist die wichtigste Einkommensquelle im Alter. Sie zahlt rund 53 Prozent der Alterseinkommen an die 65-Jährigen und Älteren. Die betriebliche Altersversorgung macht rund 7 Prozent aus. Aus den anderen Alterssicherungssystemen stammen 17 Prozent. Zusammen erreichen die übrigen Einkommensquellen (Erwerbseinkommen, private Vorsorge, Transferleistungen und sonstige Einkommen) rund 22 Prozent.
Definition
Mit der Studie Alterssicherung in Deutschland (ASID) werden im Rahmen einer repräsentativen Stichprobenbefragung Informationen zu Art und Höhe aller Alterseinkommen auf der Personen- und Ehepaarebene erhoben. Sie ist eine Ergänzung der Statistiken der Leistungsträger, die nur jeweils für ihren Bereich und in erster Linie fallbezogen Daten bereitstellen können. Die gesamten Bruttoeinkommen der 65-Jährigen und Älteren setzten sich aus verschiedenen Einkommenskomponenten zusammen. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung sind dies andere Alterssicherungsleistungen (z.B. Pensionen oder Leistungen berufsständischer Versorgungswerke), Leistungen aus betrieblicher (Privatwirtschaft und Öffentlicher Dienst) und privater Altersvorsorge (z.B. Zahlungen aus Lebensversicherungen), Transfereinkommen (wie Grundsicherung im Alter) und sonstige Einkommen (z.B. aus Erwerbstätigkeit). Selbstgenutztes Wohneigentum und andere Formen der Alterssicherung sind hier nicht erfasst.
Warum sind manche Renten so niedrig?
Bereits nach fünf Jahren Beitragszahlung besteht ein Anspruch auf eine Regelaltersrente. Jedes weitere Beitragsjahr wirkt sich steigernd auf die Höhe aus.
Beitragsjahre | unter 15 | 15 bis unter 25 | 25 bis unter 35 | 35 bis unter 45 | 45 und mehr |
---|---|---|---|---|---|
329 | 590 | 912 | 1297 | 1569 |
Hinweise zur Interpretation
Die Rentenhöhe in der gesetzlichen Rentenversicherung orientiert sich am Äquivalenzprinzip: Wer mehr und länger einzahlt, der bekommt auch eine höhere Rente. Da man schon nach fünf Beitragsjahren eine Rente bekommt, sagt die Höhe der Durchschnittsrente wenig über das Leistungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Kleine Renten aufgrund kurzer Beitragszeiten verschieben den Durchschnitt deutlich nach unten. Oftmals sind Personen mit kurzen Beitragszeiten anderweitig für das Alter abgesichert, weil sie zum Beispiel selbstständig oder verbeamtet wurden.
Definition
Eine Regelaltersrente erhält jede Person mit Erreichen der Altersgrenze, die mindestens 5 Jahre Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt hat. Ausgewiesen als Rentenhöhe ist der Rentenzahlbetrag nach Abzug des Eigenanteils an den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung.
Nicht für alle Altersrenten liegen Angaben zu den Versicherungszeiten vor. Unter anderem müssen Renten mit Versicherungszeiten im Ausland (Vertragsrenten) ausgeschlossen werden. Daher weichen die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge von denen in anderen Übersichten ab.
In welchem Verhältnis stehen eigentlich Beiträge und Leistungen?
Die Rentenversicherung ist keine Sparkasse, sondern eine Sozialversicherung, die auf dem Umlageverfahren basiert. Sie ist nicht nur eine reine Altersversorgung. Sie bietet Schutz bei Erwerbsminderung, erbringt Leistungen zur Rehabilitation und sichert Hinterbliebene.
Hinweise zur Interpretation
Beitragszahlungen und daraus resultierende Rentenzahlungen erfolgen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Meist liegen zwischen erster Beitrags- und erster Rentenzahlung Jahrzehnte. Ein direkter Vergleich der Eurobeträge der Ein- und Auszahlungen ist schon aus diesem Grund nicht möglich.
Auf der Einnahmeseite der gesetzlichen Rentenversicherung finden sich neben den zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragenen Beiträgen auch Beitragszahlungen, Erstattungen sowie Zuschüsse des Bundes. Im Gegensatz zu privaten Rentenversicherungen kennt die Sozialversicherung keine risikoabhängigen Prämien und auch nicht den Fall, dass eine Versicherung für bestimmte Risikogruppen abgelehnt wird. So spielen zum Beispiel Vorerkrankungen keine Rolle für den solidarischen Schutz gegen Erwerbsminderung. Auf der Ausgabenseite schlagen nicht nur die Altersrenten zu Buche, sondern es werden auch die hälftigen Krankenversicherungsbeiträge für die Rentnerinnen und Rentner übernommen, Rehabilitationsleistungen gewährt und Renten bei Erwerbsminderung oder im Hinterbliebenenfall gezahlt.
Definition
Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein Zweig des Sozialversicherungssystems, der im Rahmen eines Generationenvertrages im sogenannten Umlageverfahren finanziert wird, das heißt, die Beiträge werden nicht angespart, sondern zur Zahlung der laufenden Ausgaben verwendet. Die Rentenversicherung zahlt nicht nur eine lebenslange Altersrente, sondern erbringt eine ganze Reihe weiterer Leistungen.
Wie hat sich die Verbreitung der zusätzlichen Altersvorsorge seit den "Riester-Reformen" entwickelt?
Trotz zuletzt stagnierender bzw. rückläufiger Werte haben seit 2001 deutlich mehr Menschen als früher eine zusätzliche Vorsorge abgeschlossen.
Jahr | Aktive BAV-Anwartschaften | Riester-Verträge |
---|---|---|
2001 | 14,6 | 1,4 |
2003 | 16,9 | 3,9 |
2005 | 18,3 | 5,4 |
2007 | 18,6 | 10,6 |
2009 | 18,7 | 13,5 |
2011 | 19,5 | 15,4 |
2013 | 20,1 | 16 |
2015 | 20,1 | 16,5 |
2017 | 20,4 | 16,6 |
2019 | 20,8 | 16,5 |
2021 | 21,0 | 16,2 |
2023 | 20,9 | 15,5 |
Hinweise zur Interpretation
Die Zahl der aktiven Anwartschaften ist von 14,6 Millionen im Jahr 2001 auf 20,9 Millionen im Jahr 2023 deutlich gestiegen. Allerdings ist der Aufwuchs der Anwartschaftszahlen vor allem in den Jahren 2001 bis 2005 erfolgt und hat in den letzten Jahren deutlich an Dynamik verloren. Im Jahr 2023 ist sogar ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die Entwicklung der Gesamtzahl der Riester-Verträge ist seit dem Jahr 2018 rückläufig, nachdem der jährliche Zuwachs bis zum Jahr 2011 noch bei einer Million und mehr Verträgen lag. Die Gesamtzahl der Riester-Verträge belief sich Ende 2023 auf 15,5 Mio.
Definition
Dargestellt ist die absolute Zahl an Anwartschaften bzw. Verträgen, die nicht mit der Anzahl der jeweiligen Personen (Vertragsinhaber) gleichzusetzen ist. Dies liegt in erster Linie daran, dass Personen mehrere BAV-Anwartschaften oder Riester-Verträge haben können.
Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Einkommen und zusätzlicher Vorsorge?
Knapp 55 Prozent der 25- bis 67-Jährigen, die brutto weniger als 1.500 € pro Monat beziehen, haben keine zusätzliche Altersvorsorge.
monatl. Bruttolohn | mit zus. AV | mit BAV | mit Riester |
---|---|---|---|
bis unter 1.500 Euro | 45,3 | 28,3 | 29,8 |
von 1.500 bis unter 2.500 Euro | 48,6 | 35,7 | 25,9 |
von 2.500 bis unter 3.500 Euro | 57,2 | 46,8 | 24,7 |
von 3.500 bis unter 4.500 Euro | 71,0 | 62,5 | 26,0 |
von 4.500 bis unter 5.500 Euro | 78,8 | 70,1 | 28,7 |
von 5.500 Euro und mehr | 81,5 | 76,6 | 30,8 |
Hinweise zur Interpretation
Knapp 55 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter zwischen 25 und unter 67 mit einem Bruttolohn von weniger als 1.500 Euro pro Monat haben weder eine betriebliche Altersversorgung (BAV) noch einen Riester-Vertrag. Betrachtet man nur die Riester-Rente, zeigt sich, dass Geringverdiener in etwa gleich häufig einen Riester-Vertrag besitzen als Besserverdiener. Dies dürfte auf die gerade für Geringverdiener besonders lohnende Zulagenförderung zurückzuführen sein. Bei der betrieblichen Altersversorgung (einschließlich der Zusatzversorgung des Öffentlichen Dienstes) ist dagegen die Verbreitung deutlich vom Einkommen abhängig.
Definition
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat zuletzt 2023 eine Personenbefragung zur Verbreitung der Altersvorsorge in Deutschland durchführen lassen, bei der rund 10.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Alter zwischen 25 und unter 67 Jahren befragt wurden. Die Befragung liefert wichtige Hinweise auf die Verbreitung der zusätzlichen Altersvorsorge in Bezug auf relevante soziodemographische Merkmale der vorsorgenden Personen - wie die hier als Anteil an den Beschäftigten im Alter zwischen 25 und unter 67 Jahren dargestellten Verbreitungsquoten der zusätzlichen Altersvorsorge nach der Höhe des Einkommens (Bruttolohn).
Bedeutet eine niedrige Altersrente auch ein niedriges Alterseinkommen?
Die alleinige Betrachtung der Altersrente berücksichtigt nicht den Haushaltskontext und weitere Alterseinkommen. So sind Personen mit kleinen Renten aufgrund kurzer Beitragszeiten oftmals anderweitig für das Alter abgesichert.
in Euro pro Monat | Durchschnittliche Bruttorente | Durchschnittliches Haushaltsbruttoeinkommen |
---|---|---|
bis unter 500 | 317 | 5310 |
von 500 bis unter 1.000 | 770 | 4849 |
von 1.000 bis unter 1.500 | 1248 | 4829 |
von 1.500 bis unter 2.000 | 1761 | 3869 |
von 2.000 und mehr | 2912 | 4411 |
Gesamt | 2267 | 4462 |
Hinweise zur Interpretation
Aus einer niedrigen Altersrente in der gesetzlichen Rentenversicherung kann grundsätzlich nicht auf ein niedriges Alterseinkommen geschlossen werden, da u.a. weitere Alterseinkommen und der Haushaltskontext nicht berücksichtigt sind. Ein Anspruch auf Regelaltersrente entsteht bereits nach einer Wartezeit von 5 Jahren. Gerade geringe Rentenbeträge werden oft durch Zahlungen anderer Alterssicherungssysteme, zusätzliche Einkünfte oder das Einkommen des Ehepartners ergänzt und sind kein hinreichendes Indiz für niedrige Gesamteinkommen.
Definition
Mit der Studie Alterssicherung in Deutschland (ASID) werden im Rahmen einer repräsentativen Stichprobenbefragung Informationen zu Art und Höhe aller Alterseinkommen auf der Personen- und Ehepaarebene erhoben. Sie ist eine Ergänzung der Statistiken der Leistungsträger, die nur jeweils für ihren Bereich und in erster Linie fallbezogen Daten bereitstellen können. Die gesamten Bruttoeinkommen der 65-Jährigen und Älteren setzten sich aus verschiedenen Einkommenskomponenten zusammen. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung sind dies andere Alterssicherungsleistungen (z.B. Pensionen oder Leistungen berufsständischer Versorgungswerke), Leistungen aus betrieblicher (Privatwirtschaft und Öffentlicher Dienst) und privater Altersvorsorge (z.B. Zahlungen aus Lebensversicherungen), Transfereinkommen (wie Grundsicherung im Alter) und sonstige Einkommen (z.B. aus Erwerbstätigkeit). Selbstgenutztes Wohneigentum und andere Formen der Alterssicherung sind hier nicht erfasst.